{"id":381,"date":"2024-12-05T15:15:00","date_gmt":"2024-12-05T14:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/xn--pro-sdharz-eeb.de\/?p=381"},"modified":"2024-12-07T16:27:52","modified_gmt":"2024-12-07T15:27:52","slug":"msh-online-drohende-naturzerstoerung-im-biosphaerenreservat-karstlandschaft-suedharz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--pro-sdharz-eeb.de\/?p=381","title":{"rendered":"msh-online: Drohende Naturzerst\u00f6rung im Biosph\u00e4renreservat Karstlandschaft S\u00fcdharz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Probebohrung genehmigt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Landkreis Mansfeld-S\u00fcdharz mit seinem Landrat Andr\u00e9 Schr\u00f6der hat heute die von der Firma Knauf beantragten Probebohrungen im Naturschutzgebiet Questenberg genehmigt. Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt sich emp\u00f6rt dar\u00fcber, dass der Landkreis die \u00d6ffentlichkeit bereits vor dem offiziellen Bescheid mit einer Pressemitteilung \u00fcber die Entscheidung informierte. Der Umweltschutzverband k\u00fcndigt an, mit juristischen Mitteln gegen die Entscheidung vorzugehen.<br><br>Zuvor reichte der BUND Sachsen-Anhalt eine 13-seitige Stellungnahme beim Landkreis Mansfeld-S\u00fcdharz ein, die umfassend darlegte, welche Folgen eine Genehmigung der Probebohrungen f\u00fcr die Natur, die in der Region vorkommenden Arten und die Menschen vor Ort hat.<br><br>Der BUND Sachsen-Anhalt ist durch die fachliche und finanzielle Unterst\u00fctzung der H\u00f6hlen- und Karstforscher, der Gesellschaft zur F\u00f6rderung des Nationalparkes Harz, der BUND-Landesverb\u00e4nde Niedersachsen und Th\u00fcringen sowie der BUND-Kreisverb\u00e4nde Westharz und Nordhausen bestens f\u00fcr den juristischen Weg gewappnet. Gemeinsam mit der neu gegr\u00fcndeten B\u00fcrgerinitiative \u201ePro S\u00fcdharz\u201c machten die Verb\u00e4nde auf die drohende Naturzerst\u00f6rung aufmerksam. Sie erneuerten ihre Forderung nach einem Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis 2045. Auch auf der Th\u00fcringer Seite der Gipskarstlandschaft S\u00fcdharz bauen Konzerne gro\u00dffl\u00e4chig Naturgips ab und zerst\u00f6ren damit weltweit einmalige Landschaften und Lebensr\u00e4ume.<br><br>Christian Kunz, Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des BUND Sachsen-Anhalt: \u201eDer Landrat Andr\u00e9 Schr\u00f6der und die Umweltverwaltung des Kreises Mansfeld-S\u00fcdharz verschlie\u00dfen die Augen vor den Notwendigkeiten zum Schutz unserer weltweit letzten verbliebenen bewaldeten Karstlandschaft. Wenn zur Verk\u00fcndung der Entscheidung zu den Probebohrungen im Naturschutzgebiet Questenberg und im Biosph\u00e4renreservat mit FFH-Status die Umweltverb\u00e4nde nicht eingeladen werden, dann macht dies deutlich, dass die Verantwortlichen zumindest kein gutes Gef\u00fchl bei der Sache haben.\u201c<br><br>Der BUND hat kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass privatwirtschaftliche Interessen einer Gipsfirma \u00fcber die der Bev\u00f6lkerung vor Ort und den notwendigen Natur- und Artenschutz gestellt werden. Dass das Land Sachsen-Anhalt die notwendige Anerkennung der weltweit einzigartigen Gipskarstregion als UNESCO-Biosph\u00e4renreservat beantragt und gleichzeitig ihre Zerst\u00f6rung einleitet, ist ein Widerspruch in sich.<br><br>Moderne deutsche Baufirmen haben die billige Wegwerfware Gipskarton l\u00e4ngst durch Platten aus nachwachsenden Rohstoffen oder Lehm ersetzt. Mit dem angeblich sozialen Wohnungsbau durch Gipskarton l\u00e4sst Knauf die Bewohnerinnen und Bewohner im Kalten stehen, wenn nicht zus\u00e4tzlich ged\u00e4mmt wird. Pflanzenfaserplatten k\u00f6nnten sich dann als durchaus kosteng\u00fcnstige Alternative erweisen. Der BUND fordert, dass mehr Platten aus den Pflanzenfaser\u00fcbersch\u00fcssen deutscher Landwirtschaft auf den Markt gebracht werden und zudem ein umf\u00e4ngliches Gipsrecycling stattfindet, beispielsweise auch im Knauf-Werk Rottleberode.<br><br>Der BUND Sachsen-Anhalt ist in enger Abstimmung mit den Menschen vor Ort und wird die Entscheidung des Landkreises nicht hinnehmen und zum Schutz der Gipskarstlandschaft S\u00fcdharz den juristischen Weg beschreiten. Dazu erh\u00e4lt der Landesverband auch Unterst\u00fctzung aus Th\u00fcringen.<br><br>Sebastian K\u00f6nig, Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des BUND Th\u00fcringen: \u201eDie Natur und die Arten in der Gipskarstlandschaft S\u00fcdharz kennen keine Landesgrenzen und m\u00fcssen \u00fcbergreifend gesch\u00fctzt werden. Deshalb stehen wir an der Seite der Menschen in Sachsen-Anhalt, die sich f\u00fcr diese einzigartige Natur einsetzen, und sichern unsere Unterst\u00fctzung im Kampf gegen die beispiellose Naturzerst\u00f6rung zu. Wir k\u00f6nnen nicht zulassen, dass sich die Umgebung der Menschen vor Ort in einem solchen Ausma\u00df ver\u00e4ndert und damit auch deren Lebensqualit\u00e4t. Dauerl\u00e4rm, Schwerlastverkehr und Staubentwicklung sind nur einige der Aspekte, welche bei Genehmigung neuer Abbaugebiete den Alltag der Menschen im S\u00fcdharz erheblich beintr\u00e4chtigen w\u00fcrden. Zudem fordern wir die notwendige Ausweisung des S\u00fcdharzer Gipskarstes als Biosph\u00e4renreservat auch in Th\u00fcringen.\u201c<br><br><em>Autor: nis<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.msh-online.de\/news\/news_lang.php?ArtNr=357166\">https:\/\/www.msh-online.de\/news\/news_lang.php?ArtNr=357166<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Probebohrung genehmigt Der Landkreis Mansfeld-S\u00fcdharz mit seinem Landrat Andr\u00e9 Schr\u00f6der hat heute die von der Firma Knauf beantragten Probebohrungen im Naturschutzgebiet Questenberg genehmigt. Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt sich emp\u00f6rt dar\u00fcber, dass der Landkreis die \u00d6ffentlichkeit bereits vor dem offiziellen Bescheid mit einer Pressemitteilung \u00fcber die Entscheidung informierte. 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